Up!, Qashqai, cee'd: Manche Modellnamen sind nicht nur schwer zu merken, sondern auch noch schwer zu schreiben. Die Marketing-Strategen der Auto-Hersteller verfallen immer mehr dem Glauben, eine besonders auffällige Schreibweise des Modellnamens würde für mehr Aufmerksamkeit und höhere Verkaufszahlen sorgen.
Nun, lassen wir den kreativen Truppen ihren Glauben. Erfolg hat ein Auto - vor allem ein neues oder ein neues in einer anderen Klasse - letztlich durch attraktives Konzept, ein gefälliges Design und durch intensive Werbung verbunden mit ebenso intensiver Pressearbeit. Und dies sorgt bei einem neuen Fahrzeugkonzept in einer neuen Klasse, wie sie VW etwa mit dem Kleinwagen Up! praktiziert, für die hohe Aufmerksamkeit und den Erfolg.
Die Namensfindung ist ein aufwändiger Prozess. Zumindest bei den Herstellern, bei denen die Modelle Namen tragen. Bei den deutschen Herstellern sind das VW, Opel, Ford und Porsche. Die drei so genannten Premium-Hersteller Audi, BMW und Mercedes setzen seit Jahrzehnten auf Zahlen- und Buchstaben-Kombinationen, die dann Hinweise auf die Modellfamilie, auf den eventuellen Hubraum und die Motorisierung enthalten. Das ist im Grunde einfacher als neue Namen.
Denn Modellnamen müssen auch in anderen Sprachen und Ländern leicht zu kommunizieren und zu verstehen sein. Es gibt genug Fälle, wo das daneben geht. So heißt ausgerechnet ein elektrisch betriebener Mitsubishi i-MiEV. Und der Name des Audi-Sportlers E-tron hat im Französischen noch eine viel derbere Bedeutung.
Auch aus diesem Grund werden moderne Autos wie der VW Up! oder der Kia cee'd von den Herstellern mit besonderen Schreibweisen platziert. Eine besondere Herausforderung für die Grammatik und jedes Rechtschreib-Programm.
Die Hersteller beschäftigen häufig spezielle Agenturen, die den schon gefundenen Modellnamen oder einen noch zu findenden weltweit auf Akzeptanz, Verständlichkeit und juristische Fallen abklopft. Es ist schon passiert, das Firmen eine Modellbezeichnung ändern mussten, weil es - auch aus einer völlig anderen
Produktecke - Rechte gab, oder weil ein schlauer Kopf sich die
Modellbezeichnung, bevor sie der Hersteller nutzte, schützen
ließ. Und dann dafür Tantiemen kassiert.
Ein neuer Trick der Hersteller besteht darin, ein geplantes,
künftiges Modell schon mal anzukündigen, eine Skizze oder
Designstudie zu lancieren und dieser auch einen Namen zu geben.
So lancierte Porsche erste Infos über seinen künftigen
Geländewagen auf Basis des Audi Q5 unter dem Namen Cajun. Das
wurde als Kürzel für Cayenne Junior gedeutet, weil der
Cajun kleiner ist. Es gibt aber auch eine Gewürzmischung mit
ähnlichem Namen. Doch nun soll der kompakte Porsche-Allradler
Macan heißen. "Der Name leitet sich vom indonesischen
Wort für Tiger ab und verbindet Geschmeidigkeit, Kraft,
Faszination und Dynamik", sagt Porsche. Und: "Der Name
eines neuen Porsche muss zur Marke passen, in sehr vielen Sprachen
und Dialekten gut klingen und positive Assoziationen
hervorrufen."
Opel kündigte im letzten Jahr das Pendant zum VW Up! als Modell "Junior" an. Der kleine Opel soll ab 2013 in Eisenach gebaut werden. Nun stellte ein junges Opel-Team via Facebook den wirklichen Namen vor: "Adam" heißt der neue Kleine. Vielleicht eine Reminiszenz an den Opel-Gründervater Adam Opel, der vor 150 Jahren in Rüsselsheim mit einer Nähmaschinen-Produktion die Opel-Geschichte einläutete.
Und vielleicht ist das der Beginn einer neuen Namensfindung. Bei Ford käme "Henry" in Betracht und bei VW "Ferdi" (für Porsche und Piëch). Und neue Fiat würden nicht mehr "Bravo" oder "Doblo" heißen, sondern "Umberto" oder "Gianni". Oder man wird wieder romantisch wie bei Mercedes und Isabella, wo schöne Frauen als Namensgeber dienten.
So stellte Opel den Namen seines neuen Kleinwagens vor. Ganz im Stil der Internet-Jugend von heute.





