Fachkräftemangel im ländlichen Raum

Die Familienunternehmer luden zum Wirtschaftsforum

us. Wiehl. In Kooperation mit "Die Famiienunternehmer ASU" veranstaltete die Vollack consult + bau im Wiehler CU ein Wirtschaftsforum zum Thema "Fachkräftemangel-künftige Achillesferse der Wirtschaft im ländlichen Raum?
Marlene Weiner, Geschäftsführerin der Firma Norwe und Vorsitzende der Oberbergischen "Familienunternehmer", gab in ihrer Begrüßung einen Einblick in die Problematik, die durch den demografischen Wandel an Brisanz zunehmen wird. "Doch der Erfahrungsaustausch öffnet neue Perspektiven", annoncierte sie den Referenten, Dr. Oliver Koppel, Mitarbeiter des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln.

"Wir sind eine alternde, schrumpfende Gesellschaft" konstatierte dieser und unterlegte die Konsequenzen für den oberbergischen Arbeitsmarkt mit eindrücklichen Zahlen der Bergisch Gladbacher Agentur für Arbeit.
Für derzeit 2.8 Millionen erwachsene Erwerbstätige, wachsen zukünftig lediglich 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche nach, die deren Platz einnehmen können. "Die Arbeitsmarktverfügbarkeit in der Region ist sowohl in der akademischen, als auch der beruflichen Qualifikation als schlecht zu bezeichnen", bilanzierte der Wissenschaftler, mit dem Fachgebiet Innovationsökonomie, ein stark sinkendes Erwerbspersonenpotential.
Bei Hochschulabsolventen seien Engpässe im Bereich der Ingenieurberufe, der Medizin, bei Datenverarbeitungsfachkräften, sowie bei Maschinen- und Fahrzeugbauern zu befürchten.
Auf Ausbildungsebene fehle es in der Zukunft an Fachleuten in Metall-und Elektroberufen, Stahlbauschlossern, Drehern, Fräsern und Pflegekräften für Heime und Krankenhäuser.

Als geeignete Maßnahmen dem quantitativen und qualitativen Manko entgegen zu wirken, regte er die für die Schulen die Stärkung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) an, empfahl den Ausbau des Angebots dualer Studiengänge, forderte das "Meister-Bafög", machte sich für die erhöhte Durchlässigkeit für beruflich Qualifizierte in Verantwortungsebenen stark und befürwortete das Ausbildungsmarketing, mit dem Unternehmen schon bei Schülern Interesse für bestimmte Berufe weckten.
In der Podiumsdiskussion illustrierten Michael Sallmann (IHK Köln), Stefan Krause (Agentur für Arbeit Berg.-Gladbach), Wirtschaftsexperte Dr. Oliver Koppel und Vertreter verschiedener Firmen das Thema mit Fakten aus der betrieblichen Realität.

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